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Hochschulen in Russland und der Ukraine

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EU-Projekt LUKE gestartet: Die Ukraine mit dem Europäischen Forschungsraum verbinden und Zusammenarbeit in Forschung und Innovation unterstützen

Am 5. und 6. Februar 2025 fand das Kick-off-Meeting des Horizont Europa-Projekts „Linking Ukraine to the European Research Area – Joint Funding and Capacity Building Platform for Enhanced Research and Innovation Cooperation“ (LUKE) statt.

LUKE wird eine multilaterale Plattform für Finanzierung und Kapazitätsaufbau für die ukrainische Forschungs- und Innovationsgemeinschaft schaffen. Das LUKE-Netzwerk besteht aus einer Gruppe von Forschungsförderern und Institutionen, die für Unterstützungsmaßnahmen zuständig sind. Das Projekt ist am 1. Januar 2025 gestartet und hat eine Laufzeit von 48 Monaten. Federführender Partner des Projekts ist der DLR Projektträger. Insgesamt 25 Institutionen, Organisationen und Regierungsstellen aus 15 Ländern arbeiten in dem Projekt zusammen — Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Georgien, Lettland, Litauen, Moldau, Österreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Tschechische Republik, Türkei und die Ukraine.

Das Kick-off Meeting wurde von Herrn Florian Frank und Frau Romi Sasse (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) eröffnet. Herr Hryhorii Mozolevych, Generaldirektor der Direktion für Wissenschaftsentwicklung im Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine, dankte allen Projektpartnern für ihre Unterstützung der Ukraine und betonte die Bedeutung von Forschung und Innovation für die Zukunft des Landes. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Generaldirektionen Forschung und Innovation (GD RTD) sowie für Erweiterung und östliche Nachbarschaft (GD ENEST) der Europäischen Kommission nahmen an dem Kick-off Meeting teil.

Am ersten Tag des Treffens wurde der Arbeitsplan des Projekts besprochen. Darüber hinaus tauschten die Teilnehmenden ihre Ideen zu verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung des ukrainischen Teils der gemeinsamen Projekte aus. Am zweiten Tag konzentrierten sich die Veranstaltung auf Themen wie die Teilnahme der Ukraine am Europäischen Forschungsraum sowie die aktuelle Situation und die Perspektiven der Forschungsaktivitäten in der Ukraine. Die Geschäftsführerin der Nationalen Forschungsstiftung der Ukraine, Frau Olga Polotska, betonte die hohe Bedeutung wettbewerblicher Ausschreibungen für die ukrainischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Das Projekt LUKE verfolgt folgende Ziele:

  • Durchführung einer multilateralen Ausschreibung zur Finanzierung von transnationalen Forschungs- und Innovationsprojekten unter Beteiligung der Ukraine;
  • Stärkung des Forschungspotenzials der Ukraine durch die Förderung von Kooperation und Kapazitätsbildung;
  • Unterstützung der Entwicklung eines modernen, effizienten und transparenten Forschungs- und Innovationsökosystems;
  • Förderung von Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer, um das Forschungspotenzial der Ukraine zu erschließen;
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation und Förderung einer tieferen Integration der Ukraine in den Europäischen Forschungsraum.

Quelle: Kooperation International

Hoher Kostendruck: DAAD stellt 13 Programme ein

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) reagiert auf einen anhaltend hohen Kostendruck in Deutschland und der Welt. Um den Herausforderungen zu begegnen, streicht der DAAD 13 Stipendien- und Hochschulinternationalisierungsprogramme. Jährlich fallen rund 2.500 Stipendien weg.

„Wir stehen im DAAD vor großen finanziellen Herausforderungen. So sind wir mit stark gestiegenen Kosten in Deutschland und weltweit konfrontiert, beispielsweise bei Personal, IT und Mietkosten. Zudem setzt uns auch ein an sich erfreulicher Punkt zusätzlich finanziell unter Druck: Die Stipendiensätze für ausländische Studierende und Promovierende, die nach Deutschland kommen, sind in den letzten zehn Jahren um 34 Prozent gestiegen, ohne dass diese Steigerungen ausgeglichen wurden. Diese Kostensteigerungen erfordern durchdachte und effektive Maßnahmen, um in unseren zentralen Förderbereichen Stipendien und Hochschulkooperationen handlungsfähig zu bleiben. Entsprechend haben wir ein Konsolidierungsprogramm aufgelegt, um uns im hundertsten Jahr des DAAD-Bestehens krisenfest für die Zukunft aufzustellen“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee in Bonn.

Im Rahmen der Konsolidierung stellt der DAAD die folgenden 13 Programme, die bislang durch das Auswärtige Amt finanziert wurden, ein:

Stipendienprogramme
Strukturierte Promotion für ausländische Promovierende, Forschungsaufenthalte ausländischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Leadership for Africa sowie ein Fachliteraturprogramm.

Programme zur Förderung der Internationalisierung der deutschen Hochschulen sowie weitere Programme
Zukunft Ukraine, STIBET-Sondermittel Ukraine, Deutsch-Pakistanische Forschungskooperation, Studienreisen und -praktika sowie Konzertreisen ausländischer Studierender, Hochschulpartnerschaften mit Griechenland, Förderung von DaF-Studiengängen zur Unterstützung deutscher Hochschulen im Ausland, Programm Historikerkommissionen Belarus, Slowakei und Tschechien sowie das Alumniportal Deutschland und die Förderung von Germanistiktagungen im Ausland.

Die Konsolidierung basiert auf einer Priorisierung der Aufgaben und Aktivitäten des DAAD. Strategischen Vorrang haben Programme mit großer Reichweite, die eine breite internationale Zielgruppe ansprechen; eingestellt werden daher vorrangig Programme, die regionalspezifische Förderungen oder Fachthemen betreffen. Der DAAD wird das für die nun eingestellten Programme tätige Personal ohne betriebsbedingte Kündigungen abbauen.

„Die Einstellung der Programme und der damit verbundene Personalabbau sind in der derzeitigen Situation leider unumgänglich“, betonte der DAAD-Präsident. „Mit Blick auf die Zukunft hoffen wir darauf, dass auch von der nächsten, nach der vorgezogenen Bundestagswahl neu zu bildenden Bundesregierung ein starkes Signal für Deutschlands Außenwissenschaftspolitik ausgehen wird. Deutschlands Hochschul- und Wissenschaftssystem gehört mit aktuell 405.000 internationalen Studierenden und 75.000 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu den attraktivsten weltweit. Diese Stärke sollte angesichts der großen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland und des scharfen weltweiten Wettbewerbs ausgebaut werden.“

Fokussierung und Konsolidierung im weltweiten Netzwerk

Um Kosten zu senken und sich international nach klaren strategischen Prioritäten auszurichten, läuft seit einigen Jahren zudem ein Fokussierungsprozess bei den weltweiten DAAD-Büros. Der DAAD verstärkt sein Engagement in Büros mit regionaler Zuständigkeit für mehrere Länder („Außenstellen“), schließt einige kleinere Büros („Informationszentren“) und wertet ausgewählte Informationszentren zu Außenstellen mit regionaler Verantwortung auf. Im Jahre 2018 startete der Prozess mit insgesamt 71 DAAD-Büros weltweit, darunter 15 Außenstellen und 56 Informationszentren. Im Laufe des Jahres 2025 soll die Zielzahl von 55 DAAD-Büros weltweit erreicht werden, davon 21 Außenstellen und 34 Informationszentren.

Quelle: idw-Informationsdienst Wissenschaft

Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf Forschungskooperationen

Das Online-Magazin Science|Business hat die Entwicklung der von Forschenden aus Russland und der Ukraine gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen veröffentlichten Arbeiten analysiert.

Der Artikel zeigt, dass nach Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine China zum wichtigsten russischen Kooperationspartner – gemessen an Ko-Publikationen – aufgestiegen ist. Diese Entwicklung ist nicht auf einen starken Zuwachs oder Förderung der chinesisch-russischen Zusammenarbeit zurückzuführen, sondern vielmehr auf den starken Rückgang der Kooperationen mit Forschenden aus westlichen Ländern; insbesondere aus Deutschland und den USA, die vor Februar 2022 die wichtigsten Forschungspartner Russlands waren. In absoluten Zahlen bewegten sich die von Forschenden aus Russland und China ko-publizierten Arbeiten 2022 (3.280) und 2023 (3.538) auf einem ähnlichen Niveau.  

Im Vergleich dazu stiegen die internationalen Ko-Publikationen von Forschenden aus der Ukraine in Zusammenarbeit mit westlichen Staaten nach Beginn der russischen Invasion an – vor allem mit Polen und Deutschland. Aber auch die gemeinsamen Veröffentlichungen mit chinesischen Forschenden nahmen zu. Wenig überraschend ist hingegen, dass es kaum noch ko-publizierte Arbeiten mit russischen Forschenden gab, die vor Beginn des Krieges zu den wichtigsten ukrainischen Kooperationspartnern zählten. Auch wenn die Zusammenarbeit bereits ab 2015 stark rückläufig war.

Quelle: Kooperation International

Konferenzbericht zu Science Diplomacy in Mittel-, Ost- und Südosteuropa: Aufbau von Strukturen und Kapazitäten in der Region

Im November 2024 fand die „1st Conference on Science Diplomacy in Central, Eastern and South-Eastern Europe“ in Triest (Italien) statt. Ziel war es, eine offene Debatte über bestehende Ansätze von Science Diplomacy in der Region sowie deren Weiterentwicklung und Vernetzung anzustoßen. Ein aktueller Bericht fasst die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen.

Die Konferenz wurde gemeinsam von der Universität für Weiterbildung Krems (UWK) und der Central European Initiative (CEI) in Zusammenarbeit mit der European Union Science Diplomacy Alliance organisiert. Diskutiert wurden die Perspektiven der Science Diplomacy in Mittel-, Ost- und Südosteuropa und Möglichkeiten, diese durch eine stärkere Einbindung diplomatischer Dienste gezielt auszubauen.Zu diesem Zweck brachte die Veranstaltung Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammen, darunter Vertreterinnen und Vertreter von Außenministerien sowie von Ministerien für Wissenschaft, Bildung und Forschung aus vierzehn Ländern: Albanien, Bulgarien, Deutschland, Italien, Kroatien, Moldau, Nordmazedonien, Österreich, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ukraine und Ungarn. Unter anderem nahmen auch Vertreterinnen der The World Academy of Sciences (TWAS) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der deutsche Botschafter in Österreich, Vito Cecere, an der Veranstaltung teil.

Das Programm umfasste Grundsatzreden, interaktive Workshops und thematische Panels zu drei zentralen Themenbereichen mit folgenden Leitfragen:

  • Kapazitätsaufbau, Wissen und Fähigkeiten: Was sollte getan werden, um Fähigkeiten für Science Diplomacy zu entwickeln und eine neue Generation von Wissenschaftsdiplomaten in der Region auszubilden?
  • Governance und Institutionalisierung: Welche nationalen Ansätze für Science Diplomacy gibt es in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas?
  • Multi-Stakeholder-Partnerschaften für eine effektive Science Diplomacy: Was sollte getan werden, um Wissenschaftsdiplomatie durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen in der Region zu stärken?

Die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse der Diskussionen sind im Konferenzbericht zusammengefasst. Auf deren Grundlage erarbeiteten CEI und UWK Vorschläge für künftige Maßnahmen, um Science Diplomacy in der Region systematisch zu stärken und auszubauen:

  • Aufbau eines Science-Diplomacy-Netzwerks in der Region, das insbesondere Angebote zu Schulungen und Kapazitätsaufbau von Institutionen und diplomatischen Diensten der Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas verbindet.
  • Förderung der Beteiligung regionaler Interessenvertretungen an der EU Science Diplomacy Alliance, um deren Perspektive auf internationaler Ebene zu repräsentieren.
  • Entwicklung von Online-Seminaren für diplomatische Fachkräfte, um evidenzbasiertes Wissen zu wissenschaftsgetriebenen Themen mit Relevanz für internationale Beziehungen zu vermitteln. Dieser Wissenstransfer müsse den Mehrwert der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Diplomatie anhand praktischer Beispiele und Fallstudien mit Relevanz für die Region aufzeigen.
  • Aufbau und Vermittlung von Wissen über die Ansätze, Funktionsweise und Steuerung von Science Diplomacy in den beteiligten Ländern.

Quelle: Kooperation International

Geflüchtete Wissenschaftler*innen: DFG unterstützt: Beitrag zur Integration in Wissenschaft und Gesellschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt weiterhin aus ihren Heimatländern geflüchtete Wissenschaftler*innen. Ermöglicht werden soll eine kurzfristige Integration in das deutsche Wissenschaftssystem, damit die wissenschaftliche Arbeit fortgesetzt werden kann.

Promovierte geflüchtete Wissenschaftler*innen, die innerhalb der letzten drei Jahre ihre Heimat verlassen mussten, können zum einen eine Walter Benjamin-Stelle einwerben und auf diese Weise ein eigenes Forschungsvorhaben durchführen. Die Förderung in diesem Programm bietet die Chance, durch die selbstständige Betreuung eines Forschungsprojekts Erfahrungen an einer wissenschaftlichen Einrichtung in Deutschland zu gewinnen, die für nächste Schritte der Etablierung im deutschen Wissenschaftssystem die erforderliche Grundlage bilden. Gleichzeitig kommen den Antragsteller*innen Maßnahmen zur individuellen Karriereunterstützung durch die Gasteinrichtung zugute, die im Walter Benjamin-Programm Bestandteil des Konzepts sind. Der in der Regel in diesem Programm bestehende Fokus auf Antragsteller*innen in der frühen Postdoktoranden-Phase entfällt für diese Zielgruppe.

Zum anderen können geflüchtete Wissenschaftler*innen in verschiedenen DFG-Förderprogrammen (Sachbeihilfe, Schwerpunktprogramm, Forschungsgruppe, Klinische Forschungsgruppe, Kolleg-Forschungsgruppe, Graduiertenkolleg) in laufende Projekte integriert werden. Eine solche Förderung kann seitens der Projektleiter*innen laufender DFG-Projekte über Zusatzanträge eingeworben werden. Die Zusatzanträge können sich auf alle Fördermittel richten, die eine Einbindung der Betroffenen als wissenschaftliche Hilfskräfte, Doktorand*innen, Postdoktorand*innen oder Professor*innen in das Projekt ermöglichen. Für die Einbindung von wissenschaftlich ausgewiesenen Personen eignet sich vor allem das Mercator-Modul; mit ihm können zum einen Aufenthalts- und Reisekosten und zum anderen eine Vergütung gewährt werden, deren Höhe sich nach der wissenschaftlichen Qualifikation richtet.

Sonderforschungsbereiche werden explizit angeregt, für die Einbindung von geflüchteten Wissenschaftler*innen insbesondere die bereits bewilligten pauschalen Mittel einzusetzen, mit denen sie flexibel, eigenverantwortlich und unmittelbar bedarfsgerecht reagieren können. Für Exzellenzcluster gilt dies ebenso.

Die rechtliche Ausgestaltung der Einbindung der geflüchteten Personen liegt in der Verantwortung der antragstellenden Projektleitungen sowie der Hochschulen beziehungsweise außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Hierzu zählen insbesondere die Feststellung akademischer Qualifikationen sowie die Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen zum Beispiel für den Abschluss von Beschäftigungsverträgen.

Bis auf Weiteres verlängert die DFG das Sonderprogramm Ukraine. Über diese Fördermöglichkeit können ukrainische Wissenschaftler*innen (Projektleitungen), die sich in der Ukraine befinden und deren Forschung weiter möglich ist, eine gesonderte Unterstützung erhalten. Im Rahmen des bestehenden DFG-Verfahrens „Kooperation mit Entwicklungsländern“ können die Antragsteller*innen in Deutschland bei der Sachbeihilfe, bei Forschungsgruppen und im Schwerpunktprogramm neben Mitteln für die Projektdurchführung in der Ukraine auch Mittel für den Lebensunterhalt der ukrainischen Projektleitungen in Höhe von maximal 1000 Euro pro Monat pro Projektleitung beantragen und im Bewilligungsfall an diese weiterleiten.

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Start der Europäischen Hochschulallianz ARTEMIS mit Beteiligung der OTH Regensburg

Gemeinsam mit sieben weiteren Hochschulen lebt die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg die europäische Idee in der Gestaltung von Studienangeboten und Forschungskooperationen. Am 21. Januar 2025 fand der Kick-Off der Europäischen Hochschulallianz ARTEMIS in Clermont-Ferrand statt.

ARTEMIS soll als strategischer Verbund von acht Hochschulen aus Frankreich, Griechenland, Deutschland, Italien, Rumänien, Estland, Norwegen und Belgien sowie zwei assoziierten Partneruniversitäten in der Ukraine einen europäischen Campus mit über 130.000 Studierenden und mehr als 10.000 Beschäftigten schaffen, der sich mit den Schlüsselbereichen Forschung und Transfer, Umwelt und Energie, Medizin und Gesundheit, Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Recht und Kunst befasst. Der inklusive und gleichberechtigte Zugang zu Technologie und Mobilität, unabhängig von Einkommen und Standort, ist dabei ein wesentliches Ziel.

Unter dem Motto „Elevating Minds, Supporting Communities, Empowering Regions“ versammelten sich vom 20. bis 22. Januar 2025 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik an der Université Clermont Auvergne (UCA) in Clermont-Ferrand, Frankreich, um den offiziellen Startschuss für den Zusammenschluss zu geben. Die Europäische Hochschulallianz ARTEMIS verbindet acht europäische Hochschulen miteinander und steht für die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums.

Bei den Hochschulen handelt es sich um:

  • die Université Clermont Auvergne, Frankreich (EU Projekt Koordinator);
  • die Panepistimio Ioanninon, Griechenland;
  • die Università degli Studi di Perugia, Italien;
  • die Universitatea Ovidius din Constanța, Rumänien;
  • die Hogeschool VIVES, Belgien;
  • die Tallinna Tehnikakõrgkool, Estland;
  • die Høgskulen på Vestlandet, Norwegen;
  • und die OTH Regensburg.

Quelle: Kooperation International

Ukraine stellt Innovationsstrategie „WinWin“ vor

Die ukrainische Regierung hat am 15. Januar ihre „Global Innovation Strategy 2030“ vorgestellt. Die Strategie mit dem Titel „WinWin“ definiert die Vision der Ukraine als innovationsgetriebenes Land und umreißt Schlüsselbereiche, Grundsätze, Ziele und Aufgaben für die Innovationspolitik. Internationale Zusammenarbeit ist ein zentrales Element der Strategie.

Die Strategie skizziert einen Rahmen, um gute Bedingungen für Unternehmen, Start-ups, Forschende, Investoren und internationale Partner im Innovationssektor zu schaffen. Damit sollen die Souveränität, territoriale Integrität, wirtschaftliche Entwicklung und der Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg abgesichert werden. Mit der Umsetzung der Strategie strebt die Ukraine einen wirtschaftlichen Aufschwung an und will sich als regionaler Innovationsführer innerhalb Europas positionieren.

Die WinWin-Strategie zielt drauf ab, Märkte zu öffnen und den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern, die Innovationsinfrastruktur des Landes aus- und gleichzeitig bürokratische Hürden abzubauen. Zudem sollen die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen sowie die Ausbildung von erforderlichen Fachkräften unterstützt werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der internationalen Zusammenarbeit und hier besonders auf der Integration in den Europäischen Forschungsraum.  

Die Strategie benennt Schlüsselsektoren und -bereiche und formuliert hierfür Ziele und Maßnahmen. Diese umfassen Technologien für Verteidigung, Medizin, Biologie, Nachhaltigkeit, Bildung, Landwirtschaft und Raumfahrt. Zudem adressiert die Strategie Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Cybersicherheit, unbemannte und autonome Systeme sowie immersive Technologien (Extended Reality, XR) als Schlüsseltechnologien. Des Weiteren sollen technologische Lösungen in der Regierung und Verwaltung gefördert werden, um Innovationen zu beschleunigen und zu erleichtern.  

Für die Umsetzung der Strategie wird ein Zeitplan mit konkreten Zielvorgaben bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Dazu zählt unter anderem die Platzierung in internationalen Rankings: Pisa (2030: 470-510 Punkte; 2022:428-450), Global Innvoation Index (2030: Rang 45; 2023: 57), Global Human Capital Index (2030: Rang 55; 2023: 79) und Global Patent Index (2030: Rang 35; 2023: 46). Als weitere Ziele werden die Steigerung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (2030: 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; 2023: 0,33 Prozent) sowie ein innovationsgetriebener Produktivitätszuwachs (2030: 35 Prozent; 2023: 25 Prozent) ausgegeben. Die Umsetzung soll durch jährliche Berichte überwacht und evaluiert werden.  

Zur Strategie

Die vollständige Strategie liegt ausschließlich in ukrainischer Sprache vor. In englischer Sprache sind zusätzlich zum Internetauftritt zwei ausführliche Präsentationen zu den Inhalten verfügbar:

Die Strategie wurde vom Ministerium für digitale Transformation der Ukraine in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine und dem Amt für effektive Regulierung (Better Regulation Delivery Office, BRDO) mit Unterstützung der United States Agency for International Development (USAID) und UK International Development erstellt.

Quelle: Kooperation International

Max Weber Stiftung baut Forschungsstelle in der Ukraine auf

Mit der Einrichtung einer Forschungsstelle in Lviv setzt die Max Weber Stiftung (MWS) ihre Neuausrichtung in Osteuropa seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine fort. Die Münchener Historikerin Iryna Klymenko wird den Aufbau leiten.

Im November 2024 hat der Stiftungsrat der MWS den Aufbau einer „Forschungsstelle Ukraine“ beschlossen, nun nimmt das Projekt mit Iryna Klymenko als künftiger Leiterin Fahrt auf. In Kooperation mit ukrainischen Partnern entsteht in Lviv ein weiterer Standort in Osteuropa. Wie alle MWS-Institute dient er dem wissenschaftlichen Austausch, der Förderung des Nachwuchses und dem Verständnis zwischen Deutschland und dem Gastgeberland. Die Forschungsstelle wird sich mit der transnationalen Geschichte der Region beschäftigen, die durch die politischen Grenzen der heutigen Ukraine markiert ist. Der Fokus liegt dabei auf den Kommunikationsprozessen, durch die sich die Region seit der Frühen Neuzeit mit west- und mitteleuropäischen Akteuren und Institutionen verflochten sah. Es ist geplant, die Forschungsstelle nach Ende der Projektlaufzeit 2028 zu verstetigen und nach Möglichkeit auszubauen.

Iryna Klymenko ist eine erfahrene Historikerin mit Schwerpunkt in der europäischen Verflechtungsgeschichte. Sie studierte in Kyiv und München und wurde am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert und habilitiert. Ihre internationale Forschungserfahrung umfasst Stationen in Cambridge, Berkeley und am Deutschen Historischen Institut in Rom. Sie erhielt Fellowships des Historischen Kollegs München (2023/24) und des Wissenschaftskollegs zu Berlin (2025/26).

Im Mai wird die erste Veranstaltung der neuen Forschungsstelle stattfinden: Gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern organisiert sie das Symposium „The Most Documented War: Enacting Archives“, das am 22.-24. Mai 2025 Personen und Organisationen in Lviv zusammenbringt, die den Krieg in der Ukraine dokumentieren und archivieren.

Quelle: Kooperation International

Neues Projekt knüpft kollaboratives Datennetzwerk für Osteuropa

Das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), das European Centre for Minority Issues (ECMI) und das Centre Marc Bloch (CMB) bauen gemeinsam das neue Datennetzwerk KoDaNetOst auf. Ziel ist es, Forschungseinrichtungen und Bildungsinstitutionen in Osteuropa, dem Südkaukasus, Zentralasien und den EU-Staaten zu verknüpfen, die sozial- und geisteswissenschaftliche Daten erheben und nutzen.

Ob Umfragedaten oder qualitative Datenerhebungen, ökonomische und ökologische Analysen oder Archivmaterial – eine gute Datengrundlage ist für die wissenschaftliche Zusammenarbeit, den Erkenntnisgewinn und den Wissenstransfer unabdingbar. Das Sammeln von und der Zugang zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Daten aus und über Osteuropa ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. Oft sind Akteur*innen wie Universitäten und Forschungszentren, Nichtregierungsorganisationen (NRO), Think Tanks oder Einzelpersonen nur unzureichend miteinander vernetzt, unterliegen unterschiedlichen rechtlichen Regeln oder kommen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Kulturen. Das neue Kollaborative Datennetzwerk mit Osteuropa (KoDaNetOst) dient als Plattform und Schnittstelle für Akteur*innen, die in, mit und über Osteuropa Forschungsdaten erheben und bearbeiten.

„Ein regional verankertes Netzwerk mit auf Augenhöhe agierenden Partner*innen erscheint uns vielversprechend, um globalen, regionalen und lokalen Herausforderungen wirksam(-er) zu begegnen“, betonen Sabine von Löwis und Kerstin Bischl, die das Projekt am ZOiS koordinieren. Es startet mit zehn einschlägigen assoziierten Partner*innen in Georgien, Moldau, der Ukraine, Zentralasien sowie in der EU. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit 40 000 € zunächst bis September 2025.

In der gegenwärtigen Etappe werden die Projektpartner ZOiS, ECMI und CMB zwei Präsenz-Workshops durchführen, die zusammen mit weiteren Arbeitstreffen dem Wissensaustausch zwischen „Ost“ und „West“ hinsichtlich methodologischer, technischer, forschungsethischer und rechtlicher Standards dienen. Mittelfristig erstellen sie eine Webseite zur Visualisierung der Daten- und Akteurslandschaft in und zu Osteuropa und schaffen damit die Voraussetzungen für eine gemeinschaftliche Nutzung. Zum Ende der ersten Förderphase werden die beteiligten Institutionen gemeinsam einen Antrag zur Etablierung eines nachhaltigen Netzwerks erarbeiten.

Quelle: ZOIS

Europäische Hochschulallianz Transform4Europe: Hochschulleitungen beschließen verstärkte Zusammenarbeit

Die zehn Mitglieder der europäischen Hochschulallianz Transform4Europe werden ihre enge Kooperation weiter vertiefen und verstetigen. Zu diesem Zweck wurde bei der Vollversammlung, die dieses Jahr im polnischen Kattowitz stattfand, die Gründung einer Rechtspersönlichkeit für den Verbund beschlossen. Auch die Zusammenarbeit im Bereich der Forschung soll mit Hilfe eines gemeinsamen Projektbüros ausgebaut werden.

Die zehn Mitglieder der europäischen Hochschulallianz Transform4Europe (T4EU) trafen sich zu ihrer diesjährigen Vollversammlung an der Schlesischen Universität in Kattowitz (Polen). Um die Zusammenarbeit von Forschenden in gemeinsamen Projekten zu fördern und die Einwerbung von Drittmitteln zu optimieren, beschloss die Versammlung die Einrichtung eines gemeinsamen Projektbüros.

Die Einwerbung von Drittmitteln wird zudem künftig nicht nur den einzelnen Mitgliedshochschulen möglich sein, sondern auch der Allianz als solcher: Ab Ende 2025 wird sich T4EU als eigenständige juristische Person an Ausschreibungen für europäische und weitere Fördergelder beteiligen können. In einem ersten Schritt wird ein Verein nach deutschem Recht gegründet. Dieser soll in eine europäische Rechtsform überführt werden, sobald von Seiten der Europäischen Union die dafür nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Zu der T4EU-Allianz zählen neben der Universität des Saarlandes, die Universität Alicante (Spanien), die Estnische Kunstakademie (Estland), die Universidade Católica Portuguesa (Portugal), die Universität Primorska (Slowenien), die Universität Jean Monnet in Saint-Étienne (Frankreich), die Schlesische Universität in Kattowitz (Polen), die Universität St. Kliment Ohridski in Sofia (Bulgarien), die Universität Triest (Italien) und die Vytautas-Magnus-Universität (Litauen). Assoziierter Partner ist die Mariupol State University in der Ukraine. 

Die T4EU-Allianz wird 2024 – 2027 mit insgesamt 14,4 Millionen EUR im Programm Erasmus+ unterstützt. Hinzu kommt ein Betrag von 3,6 Millionen EUR, der von den zehn beteiligten Hochschulen übernommen wird. An die Universität des Saarlandes fließen rund 2,4 Millionen EUR.

Quelle: Kooperation International

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