BAYHOST Kompetenzatlas

Hochschulen in Russland und der Ukraine

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DAAD-Preis 2025 an herausragende THWS-Absolventin des Bachelorstudiengangs Kommunikationsdesign verliehen

Würdigung internationaler Studierender deutscher Hochschulen durch besondere akademische Leistungen und bemerkenswertes soziales Engagement: Hierfür hat die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) den diesjährigen DAAD-Preis (DAAD = Deutscher Akademischer Austauschdienst) an Nataliya Valkova verliehen. Die Studentin kommt aus Russland und ist derzeit im Masterprogramm Design und Information an der Fakultät Gestaltung.

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Wie Bildung zur Waffe wird: DFG-Projekt zu systemischer Indoktrination in Russland

Seit Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschiert ist, sind auf beiden Seiten hunderttausende Menschen getötet, verletzt, verschleppt worden. Auch finanziell hat der Krieg seinen Preis, Russlands Wirtschaft kriselt schwer. Warum also unterstützt nach wie vor die Mehrheit der russischen Bevölkerung die Invasion und Präsident Wladimir Putin? Prof. Dr. Krassimir Stojanov, Leiter des Lehrstuhls für Bildungsphilosophie und Systematische Pädagogik an der KU, sieht den wesentlichen Grund in einer massiven Indoktrination im russischen Bildungssystem und geht der Frage nun mit einem Forschungsteam nach.

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Ukraine mulls plan for rebuilding its science sector

Kyiv officials coordinate with Brussels on recovery plan, as international coalition for Ukrainian research and innovation keeps growing .

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Die KIWi-Checkliste Wissenssicherheit vom DAAD

Die neue KIWi-Checkliste Wissenssicherheit vom DAAD ist ein praxisorientiertes Selbsteinschätzungs- und Beratungstool für internationale Kooperationen. Mit ihr erweitert das KIWi sein Beratungsangebot für deutsche Hochschulen wie auch für individuelle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

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IAMO richtet neues Forschungszentrum in Kyjiw ein

In Kooperation mit der Kyiv School of Economics (KSE) plant das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) zu Anfang 2027 die Einrichtung des Leibniz Center of Agri-Food Economics Kyiv in der Ukraine. Das Zentrum soll die Forschung zu den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der ukrainischen Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie deren Integration in die EU vorantreiben.

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Max Weber Stiftung und Bayerische Akademie der Wissenschaften starten Ukraine-Fellowship-Programm

Das Forschungszentrum Ukraine der Max Weber Stiftung und die Bayerische Akademie der Wissenschaften haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die ab diesem November die Vergabe von bis zu zwei Ukraine-Fellowships jährlich vorsieht.

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Pionierarbeit unter Kriegsbedingungen: Traumatherapie für Kinder und Jugendliche in der Ukraine

Hunderte traumatisierte Kinder und Jugendliche in der Ukraine haben therapeutische Hilfe erhalten und über 240 ukrainische Fachkräfte wurden geschult – die psychosoziale Versorgungsstruktur des Landes hat sich nachhaltig verbessert. Das ist die Bilanz eines internationalen Projekts zur Traumatherapie unter Leitung von Prof. Dr. Elisa Pfeiffer, Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Es ist ein Projekt, das Hoffnung spendet mitten im Krieg und die ukrainische Bevölkerung langfristig stärkt.

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EU und Ukraine streben vertiefte Integration des Landes in den europäischen Forschungsraum an

Bei der dritten Sitzung des Gemeinsamen Forschungs- und Innovationsausschusses der EU und der Ukraine diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, des ukrainischen Wissenschaftsministeriums, der Nationalen Forschungsstiftung der Ukraine (NRFU) sowie ukrainischer und europäischer Institutionen aktuelle Anforderungen der ukrainischen Forschung, die Teilnahme der Ukraine am EU-Rahmenprogramm „Horizont Europa“ und die nächsten Schritte zur Integration des Landes in den Europäischen Forschungsraum (EFR).

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DAAD feiert 50 Jahre Ostpartnerschaften: Zuverlässig und flexibel

Der DAAD feiert im Jahr 2025 neben seinem 100. Geburtstag auch 50 Jahre Ostpartnerschaften. Was dieses Förderprogramm über ein halbes Jahrhundert hinweg geleistet hat und so besonders macht, erläutert Susanne Lüdtke, Leiterin des DAAD-Referats Kooperationsprojekte in Europa, Südkaukasus und Zentralasien. 

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Schule im Krieg: Lernen von Lehrkräften in der Ukraine

Vom Unterricht im Luftschutzbunker und dem Sinn, andere zu trösten: LMU-Absolventin Iryna Iryna Nadyukova hat die psychische Belastung von Lehrkräften in der Ukraine untersucht.

Eigentlich hatte Iryna Nadyukova andere Pläne für ihre Masterarbeit: Sie wollte die Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern an deutschen und ukrainischen Schulen vergleichen. Noch am 23. Februar 2022 saß sie mit Professorin Anne Frenzel vom Munich Center of the Learning Sciences in deren Büro an der Psychologischen Fakultät der LMU zusammen, um über ihr Forschungsthema zu sprechen.

Aber über Nacht änderte sich alles. Russische Panzer rollten auf Kiew zu. An Forschung war zunächst nicht zu denken. Iryna Nadyukova war „sehr geschockt“, wie sie heute sagt. Sie organisierte eine Hilfsaktion an ihrer Fakultät. Sorgte dafür, dass mehrere vollbeladene LKWs die Ukraine erreichten. Engagierte sich für die psychologische Unterstützung von Geflüchteten und half ukrainischen Kindern in einem Projekt der NGO „Lern-Fair“ beim Deutschlernen.

Im August 2022 beschloss sie, den Fokus ihrer Masterarbeit zu ändern und sich anderen, drängenden Fragen zu widmen: Worunter litten die Lehrerinnen und Lehrer in der kriegsgeplanten Ukraine? Wie groß war der Stress, den sie empfanden? Wie halfen sie sich selbst? Und: Wie konnte ihnen geholfen werden? Ihre Betreuerin Anna Frenzel war von der Relevanz des Themas sofort überzeugt, zweifelte anfangs allerdings daran, ob es möglich sein würde, die nötigen Daten zu erheben. Hatten Lehrkräfte im Krieg nicht Wichtigeres zu tun, als Fragen von Forschenden zu beantworten?

Ausnahmezustand: Erst Pandemie, dann Krieg

Aber wie sich bald zeigte, sind die digitalen Netzwerke ukrainischer Lehrkräfte stark. Während sich deutsche Lehrerinnen und Lehrer, wie Frenzel erklärt, eher als Einzelkämpfer verstehen, schließen sich ihre Kollegen in der Ukraine zum Austausch zusammen. Für Iryna Nadyukova war es darum kein Problem, eine repräsentative Stichgruppe von mehr als 700 Lehrkräften zusammenzustellen, die bereit waren, in einen Fragebogen mit geschlossenen und offenen Fragen zu beantworten.

Deutlich machen die Ergebnisse der inzwischen im Fachmagazin Teaching and Teacher Education veröffentlichten Arbeit: Die Lehrkräfte erleben während des Krieges sehr viel mehr Stress als etwa in der Pandemie – jener anderen „fürchterlichen Disruption“, so Frenzel, die dem Einmarsch russischer Truppen vor drei Jahren unmittelbar voranging. Schon während Corona stellten Schulen in der Ukraine von Präsenz- auf Onlineunterricht um. Klassen wurden geteilt. Manche Kinder sahen ihre Schule kaum von innen. Seit dem 24. Februar 2022 ist das nicht anders.

Hat eine Schule keinen Luftschutzbunker, findet Unterricht online statt. Reicht der Platz im Keller nicht für alle aus, unterrichtet man die Klassen vormittags und nachmittags in getrennten Gruppen. Bei Bombenalarm fliehen Lehrkräfte und Schüler so schnell wie möglich in den Luftschutzkeller. Gelehrt und gelernt wird dort in der Regel wenig – es ist einfach zu voll und zu laut.

Manchmal gelingt es aber doch, den Unterricht im Luftschutzkeller fortzusetzen, wie ein Lehrer Iryna Nadyukova erzählt – allerdings unter Aufbietung aller Kräfte. „Man hörte Explosionen draußen. Ich habe den Kindern gesagt, unsere Soldaten schössen Raketen ab, alles sei in Ordnung. Innerlich habe ich gezittert. Weil ich überhaupt keine Ahnung hatte, was draußen wirklich los war.“

Trost finden im Trost spenden

Frenzel findet die Statements von Lehrerinnen und Lehrern aus dem kriegsgequälten Land „sehr berührend“. Besonders beeindruckt ist sie von der Kraft, die viele Pädagogen aus dem Kontakt mit den Kindern schöpfen. „Die Verantwortung für die Schutzbefohlenen, die einem vertrauen, wird zu einer emotionalen Ressource“, sagt sie. Denn für die Lehrerkräfte ist es zwar belastend, bei Bombenalarm mit weinenden Schulkindern im Bunker zu sitzen und keine Antwort zu haben auf die Frage, ob deren Eltern noch am Leben sind. Zumal sie häufig selbst nicht wissen, ob es ihren eigenen Angehörigen gerade gut geht. Sie erzählen aber auch, wie erfüllend und tröstend es ist, die Kinder in den Arm nehmen zu können, sie zu trösten und zu sagen: „Alles wird gut!“

„Aus den Studienbefunden kann man praktische Implikationen für die eigene Emotionsregulation ableiten“, erklärt Frenzel. Statt sich auf erlittene Anstrengungen und Belastungen zu fokussieren, gehe es darum, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten, um den Sinn seines Handelns zu entdecken. „Die Daten zeigen, wie hilfreich es sein kann, die Aufmerksamkeit auf die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns zu lenken. In der Psychologie nennt man das Reappraisal – Neubewertung“, so Frenzel.

Auch Iryna Nadyukova haben die persönlichen Geschichten, die sie eingesammelt hat, tief berührt. „Aber sie haben mich auch motiviert, weiter zu forschen. Weil ich diesen Lehrkräften eine Stimme geben wollte. Damit ihre Erfahrungen gehört, gesehen und verstanden werden.“ Vielen Lehrkräften, erzählt sie, helfe ihr Pflichtgefühl – und die Freude, die sie in der Arbeit mit Kindern empfinden. „Dass die Schüler auf sie zählen: Dass stärkt und stützt sie und hilft ihnen, weiterzumachen.“

Iryna Nadyukova ist inzwischen in ihre Heimatstadt Lwiw zurückgekehrt. Vor Jahren hatte sie die Stadt im Westen der Ukraine verlassen, um an der New York University zu studieren und anschließend mehrere Jahre lang in Abu Dhabi, an einem Forschungslabor der Universität, zum Thema Unterricht, Lernen und Entwicklung zu arbeiten. An das Munich Center of the Learning Sciences der LMU kam sie, weil sie besonders spannend und innovativ fand dort zu lernen, wie Lehren und Lernen funktionieren und verbessert werden können.

Achtsamkeit trainieren, um nicht auszubrennen

In der Ukraine arbeitet sie inzwischen als Koordinatorin für Bildungsprojekte beim Norwegischen Flüchtlingsrat in der Ukraine. Ziel des Projekts ist es, Lehrkräfte darin zu trainieren, Stress abzubauen und sich selbst und ihren Schülerinnen und Schülern bestmöglich zu helfen. Denn es raubt jede Menge Energie, Gefühle zu unterdrücken und führt auf Dauer zu Burnout, erklärt Iryna Nadyukova. „Nach drei Jahren vollumfänglichem Krieg sehen wir das sehr häufig.“

Mit ihrer Arbeit versucht sie, gegenzusteuern. „Wir erklären, was Stress ist, wie er sich auf Körper und Geist auswirkt und wie man damit umgehen kann.“ Zu den Werkzeugen, die sie vermittelt, gehören verschiedene, leicht erlernbar Atemübungen; die Vorstellung von einem „Safe space“, einem sicheren Raum, in den man sich imaginär zurückziehen kann, wenn die Welt da draußen aus den Fugen gerät; und Achtsamkeitsübungen. Darüber hinaus lernen die Lehrkräfte, Schulkinder beim Umgang mit Stress zu unterstützen. Etwa indem sie kleine Atem- oder Turnübungen in den Unterricht einbauen, zur Entspannung.

Iryna Nadyukova selbst hilft angesichts der großen Belastungen, mit denen sie in ihrer Arbeit konfrontiert wird, ihre Ausbildung zur Meditations- und Achtsamkeitstrainerin. „Viele Studien zeigen, dass Meditation und Atemübungen Gehirnfunktionen verändern und die Fähigkeit zu Konzentration und Gefühlsmanagement verbessern.“ Wie es für sie selbst in den kommenden Jahren weitergeht, hängt nicht zuletzt vom Schicksal der Ukraine ab. Sicher aber ist: „Noch Jahre nach Ende des Krieges wird es nötig sein, die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, emotional wieder auf die Beine zu kommen“, so LMU-Psychologin Anne Frenzel.

Quelle: idw-Informationsdienst Wissenschaft

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