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Hochschulen in Russland und der Ukraine

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Ukraine mulls plan for rebuilding its science sector

Kyiv officials coordinate with Brussels on recovery plan, as international coalition for Ukrainian research and innovation keeps growing .

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IAMO richtet neues Forschungszentrum in Kyjiw ein

In Kooperation mit der Kyiv School of Economics (KSE) plant das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) zu Anfang 2027 die Einrichtung des Leibniz Center of Agri-Food Economics Kyiv in der Ukraine. Das Zentrum soll die Forschung zu den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der ukrainischen Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie deren Integration in die EU vorantreiben.

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Max Weber Stiftung und Bayerische Akademie der Wissenschaften starten Ukraine-Fellowship-Programm

Das Forschungszentrum Ukraine der Max Weber Stiftung und die Bayerische Akademie der Wissenschaften haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die ab diesem November die Vergabe von bis zu zwei Ukraine-Fellowships jährlich vorsieht.

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Pionierarbeit unter Kriegsbedingungen: Traumatherapie für Kinder und Jugendliche in der Ukraine

Hunderte traumatisierte Kinder und Jugendliche in der Ukraine haben therapeutische Hilfe erhalten und über 240 ukrainische Fachkräfte wurden geschult – die psychosoziale Versorgungsstruktur des Landes hat sich nachhaltig verbessert. Das ist die Bilanz eines internationalen Projekts zur Traumatherapie unter Leitung von Prof. Dr. Elisa Pfeiffer, Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Es ist ein Projekt, das Hoffnung spendet mitten im Krieg und die ukrainische Bevölkerung langfristig stärkt.

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EU und Ukraine streben vertiefte Integration des Landes in den europäischen Forschungsraum an

Bei der dritten Sitzung des Gemeinsamen Forschungs- und Innovationsausschusses der EU und der Ukraine diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, des ukrainischen Wissenschaftsministeriums, der Nationalen Forschungsstiftung der Ukraine (NRFU) sowie ukrainischer und europäischer Institutionen aktuelle Anforderungen der ukrainischen Forschung, die Teilnahme der Ukraine am EU-Rahmenprogramm „Horizont Europa“ und die nächsten Schritte zur Integration des Landes in den Europäischen Forschungsraum (EFR).

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DAAD feiert 50 Jahre Ostpartnerschaften: Zuverlässig und flexibel

Der DAAD feiert im Jahr 2025 neben seinem 100. Geburtstag auch 50 Jahre Ostpartnerschaften. Was dieses Förderprogramm über ein halbes Jahrhundert hinweg geleistet hat und so besonders macht, erläutert Susanne Lüdtke, Leiterin des DAAD-Referats Kooperationsprojekte in Europa, Südkaukasus und Zentralasien. 

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Schule im Krieg: Lernen von Lehrkräften in der Ukraine

Vom Unterricht im Luftschutzbunker und dem Sinn, andere zu trösten: LMU-Absolventin Iryna Iryna Nadyukova hat die psychische Belastung von Lehrkräften in der Ukraine untersucht.

Eigentlich hatte Iryna Nadyukova andere Pläne für ihre Masterarbeit: Sie wollte die Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern an deutschen und ukrainischen Schulen vergleichen. Noch am 23. Februar 2022 saß sie mit Professorin Anne Frenzel vom Munich Center of the Learning Sciences in deren Büro an der Psychologischen Fakultät der LMU zusammen, um über ihr Forschungsthema zu sprechen.

Aber über Nacht änderte sich alles. Russische Panzer rollten auf Kiew zu. An Forschung war zunächst nicht zu denken. Iryna Nadyukova war „sehr geschockt“, wie sie heute sagt. Sie organisierte eine Hilfsaktion an ihrer Fakultät. Sorgte dafür, dass mehrere vollbeladene LKWs die Ukraine erreichten. Engagierte sich für die psychologische Unterstützung von Geflüchteten und half ukrainischen Kindern in einem Projekt der NGO „Lern-Fair“ beim Deutschlernen.

Im August 2022 beschloss sie, den Fokus ihrer Masterarbeit zu ändern und sich anderen, drängenden Fragen zu widmen: Worunter litten die Lehrerinnen und Lehrer in der kriegsgeplanten Ukraine? Wie groß war der Stress, den sie empfanden? Wie halfen sie sich selbst? Und: Wie konnte ihnen geholfen werden? Ihre Betreuerin Anna Frenzel war von der Relevanz des Themas sofort überzeugt, zweifelte anfangs allerdings daran, ob es möglich sein würde, die nötigen Daten zu erheben. Hatten Lehrkräfte im Krieg nicht Wichtigeres zu tun, als Fragen von Forschenden zu beantworten?

Ausnahmezustand: Erst Pandemie, dann Krieg

Aber wie sich bald zeigte, sind die digitalen Netzwerke ukrainischer Lehrkräfte stark. Während sich deutsche Lehrerinnen und Lehrer, wie Frenzel erklärt, eher als Einzelkämpfer verstehen, schließen sich ihre Kollegen in der Ukraine zum Austausch zusammen. Für Iryna Nadyukova war es darum kein Problem, eine repräsentative Stichgruppe von mehr als 700 Lehrkräften zusammenzustellen, die bereit waren, in einen Fragebogen mit geschlossenen und offenen Fragen zu beantworten.

Deutlich machen die Ergebnisse der inzwischen im Fachmagazin Teaching and Teacher Education veröffentlichten Arbeit: Die Lehrkräfte erleben während des Krieges sehr viel mehr Stress als etwa in der Pandemie – jener anderen „fürchterlichen Disruption“, so Frenzel, die dem Einmarsch russischer Truppen vor drei Jahren unmittelbar voranging. Schon während Corona stellten Schulen in der Ukraine von Präsenz- auf Onlineunterricht um. Klassen wurden geteilt. Manche Kinder sahen ihre Schule kaum von innen. Seit dem 24. Februar 2022 ist das nicht anders.

Hat eine Schule keinen Luftschutzbunker, findet Unterricht online statt. Reicht der Platz im Keller nicht für alle aus, unterrichtet man die Klassen vormittags und nachmittags in getrennten Gruppen. Bei Bombenalarm fliehen Lehrkräfte und Schüler so schnell wie möglich in den Luftschutzkeller. Gelehrt und gelernt wird dort in der Regel wenig – es ist einfach zu voll und zu laut.

Manchmal gelingt es aber doch, den Unterricht im Luftschutzkeller fortzusetzen, wie ein Lehrer Iryna Nadyukova erzählt – allerdings unter Aufbietung aller Kräfte. „Man hörte Explosionen draußen. Ich habe den Kindern gesagt, unsere Soldaten schössen Raketen ab, alles sei in Ordnung. Innerlich habe ich gezittert. Weil ich überhaupt keine Ahnung hatte, was draußen wirklich los war.“

Trost finden im Trost spenden

Frenzel findet die Statements von Lehrerinnen und Lehrern aus dem kriegsgequälten Land „sehr berührend“. Besonders beeindruckt ist sie von der Kraft, die viele Pädagogen aus dem Kontakt mit den Kindern schöpfen. „Die Verantwortung für die Schutzbefohlenen, die einem vertrauen, wird zu einer emotionalen Ressource“, sagt sie. Denn für die Lehrerkräfte ist es zwar belastend, bei Bombenalarm mit weinenden Schulkindern im Bunker zu sitzen und keine Antwort zu haben auf die Frage, ob deren Eltern noch am Leben sind. Zumal sie häufig selbst nicht wissen, ob es ihren eigenen Angehörigen gerade gut geht. Sie erzählen aber auch, wie erfüllend und tröstend es ist, die Kinder in den Arm nehmen zu können, sie zu trösten und zu sagen: „Alles wird gut!“

„Aus den Studienbefunden kann man praktische Implikationen für die eigene Emotionsregulation ableiten“, erklärt Frenzel. Statt sich auf erlittene Anstrengungen und Belastungen zu fokussieren, gehe es darum, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten, um den Sinn seines Handelns zu entdecken. „Die Daten zeigen, wie hilfreich es sein kann, die Aufmerksamkeit auf die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns zu lenken. In der Psychologie nennt man das Reappraisal – Neubewertung“, so Frenzel.

Auch Iryna Nadyukova haben die persönlichen Geschichten, die sie eingesammelt hat, tief berührt. „Aber sie haben mich auch motiviert, weiter zu forschen. Weil ich diesen Lehrkräften eine Stimme geben wollte. Damit ihre Erfahrungen gehört, gesehen und verstanden werden.“ Vielen Lehrkräften, erzählt sie, helfe ihr Pflichtgefühl – und die Freude, die sie in der Arbeit mit Kindern empfinden. „Dass die Schüler auf sie zählen: Dass stärkt und stützt sie und hilft ihnen, weiterzumachen.“

Iryna Nadyukova ist inzwischen in ihre Heimatstadt Lwiw zurückgekehrt. Vor Jahren hatte sie die Stadt im Westen der Ukraine verlassen, um an der New York University zu studieren und anschließend mehrere Jahre lang in Abu Dhabi, an einem Forschungslabor der Universität, zum Thema Unterricht, Lernen und Entwicklung zu arbeiten. An das Munich Center of the Learning Sciences der LMU kam sie, weil sie besonders spannend und innovativ fand dort zu lernen, wie Lehren und Lernen funktionieren und verbessert werden können.

Achtsamkeit trainieren, um nicht auszubrennen

In der Ukraine arbeitet sie inzwischen als Koordinatorin für Bildungsprojekte beim Norwegischen Flüchtlingsrat in der Ukraine. Ziel des Projekts ist es, Lehrkräfte darin zu trainieren, Stress abzubauen und sich selbst und ihren Schülerinnen und Schülern bestmöglich zu helfen. Denn es raubt jede Menge Energie, Gefühle zu unterdrücken und führt auf Dauer zu Burnout, erklärt Iryna Nadyukova. „Nach drei Jahren vollumfänglichem Krieg sehen wir das sehr häufig.“

Mit ihrer Arbeit versucht sie, gegenzusteuern. „Wir erklären, was Stress ist, wie er sich auf Körper und Geist auswirkt und wie man damit umgehen kann.“ Zu den Werkzeugen, die sie vermittelt, gehören verschiedene, leicht erlernbar Atemübungen; die Vorstellung von einem „Safe space“, einem sicheren Raum, in den man sich imaginär zurückziehen kann, wenn die Welt da draußen aus den Fugen gerät; und Achtsamkeitsübungen. Darüber hinaus lernen die Lehrkräfte, Schulkinder beim Umgang mit Stress zu unterstützen. Etwa indem sie kleine Atem- oder Turnübungen in den Unterricht einbauen, zur Entspannung.

Iryna Nadyukova selbst hilft angesichts der großen Belastungen, mit denen sie in ihrer Arbeit konfrontiert wird, ihre Ausbildung zur Meditations- und Achtsamkeitstrainerin. „Viele Studien zeigen, dass Meditation und Atemübungen Gehirnfunktionen verändern und die Fähigkeit zu Konzentration und Gefühlsmanagement verbessern.“ Wie es für sie selbst in den kommenden Jahren weitergeht, hängt nicht zuletzt vom Schicksal der Ukraine ab. Sicher aber ist: „Noch Jahre nach Ende des Krieges wird es nötig sein, die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, emotional wieder auf die Beine zu kommen“, so LMU-Psychologin Anne Frenzel.

Quelle: idw-Informationsdienst Wissenschaft

DAAD fördert 29 Hochschulkooperationen zwischen Deutschland und der Ukraine

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stärkt mit dem Programm „Deutsch-Ukrainisches Hochschulnetzwerk“ die akademische Zusammenarbeit zwischen deutschen und ukrainischen Hochschulen. Für eine vierjährige Förderung wurden nun 29 Kooperationsprojekte deutscher Hochschulen ausgewählt. Die Finanzierung der Projekte erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), bis 2029 stehen 24 Millionen Euro zur Verfügung.

Das „Deutsch-Ukrainische Hochschulnetzwerk“ soll den Wiederaufbau des ukrainischen Hochschulsektors unterstützen und dessen Integration in den Europäischen Hochschulraum fördern. An den Kooperationsprojekten der ausgewählten deutschen Hochschulen sind 47 ukrainische Universitäten beteiligt. Die Förderung der Projekte startet im Juli dieses Jahres.

Das Programm besteht aus zwei Teilen: In der Programmlinie Studium und Lehre fördert der DAAD binationale Kooperationen zur Entwicklung gemeinsamer Studiengänge, einschließlich Doppelabschlüssen, sowie gemeinsamer Lehr- und Lernmodule. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Austausch von Lehrenden und Studierenden, der in Kriegszeiten oft virtuell erfolgt. Für diese Linie stehen rund 800.000 Euro pro Projekt zur Verfügung.

In der Programmlinie Hochschulverwaltung und Internationalisierung fördert der DAAD Fortbildungsmaßnahmen für ukrainische Hochschulmitarbeitende, um die Internationalisierung und Integration ihrer Hochschulen in den Europäischen Hochschulraum voranzutreiben. Für diese Linie stehen rund 400.000 Euro pro Projekt zur Verfügung.

Folgende deutsche Hochschulen wurden als Teil des Deutsch-Ukrainischen Hochschulnetzwerkes ausgewählt:

  • Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden
  • Evangelische Hochschule Berlin
  • Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  • Berliner Hochschule für Technik
  • Technische Universität Chemnitz
  • Technische Universität Clausthal
  • Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
  • Fachhochschule Dortmund
  • Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
  • Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
  • Technische Universität Bergakademie Freiberg
  • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • MSH Medical School Hamburg
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Leibniz Universität Hannover
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Karlsruher Institut für Technologie
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Universität Konstanz
  • Hochschule Anhalt
  • Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • FH Münster University of Applied Sciences
  • Universität des Saarlandes
  • Universität Stuttgart
  • Universität Ulm
  • Technische Hochschule Wildau
  • Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Quelle: DAAD

Forschung zum östlichen Europa deutlich gestärkt: Neuer Arbeitsbereich Politik am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg (IOS)

Russlands Angriffskrieg, innere Konflikte in Bosnien-Herzegowina, Serbien oder Georgien – Beispiele wie diese verdeutlichen, wie wichtig fundiertes Wissen über politische Entwicklungen in Ost- und Südosteuropa ist. Nun wird die Forschung dazu deutlich gestärkt. Am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) nimmt ein neuer Arbeitsbereich Politik seine Tätigkeit auf. Damit entsteht eine der deutschlandweit größten politikwissenschaftlichen Forschungseinheiten mit Schwerpunkt östliches Europa. Erste Projekte befassen sich u. a. mit Friedensverhandlungen zum Krieg gegen die Ukraine, mit neuen Perspektiven der Abschreckungspolitik oder mit Digitalisierungspolitik unter Putin.

Das IOS mit Sitz in Regensburg ist eine der international bekanntesten Einrichtungen mit Forschungsschwerpunkt östliches Europa. Hier arbeiten Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen zusammen, um Entwicklungen im Gebiet der Staaten der ehemaligen Sowjetunion, inklusive des Südkaukasus und Zentralasiens, sowie Südosteuropas zu erklären. Bislang gab es die Arbeitsbereiche Geschichte und Ökonomie sowie seit 2014 eine kleinere politikwissenschaftliche Forschungsgruppe. Letztere wird nun zu einem dauerhaften Arbeitsbereich ausgebaut und dabei deutlich vergrößert.

2022 hatte eine externe Expertenkommission die Arbeit der Forschungsgruppe und eine Konzeption für den neuen Arbeitsbereich als exzellent bewertet. Die Leibniz-Gemeinschaft, zu der das IOS gehört, und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern befürworteten daraufhin die Institutserweiterung.

Finanzierung um 900 000 Euro erhöht

Mit dem neuen Arbeitsbereich entstehen zunächst fünf neue Stellen für Forschende sowie vier in den Bereichen Verwaltung und Service. Hinzu kommt die Leitungsposition: Diese bekleidet die Politikwissenschaftlerin und Völkerrechtlerin Prof. Dr. Cindy Wittke, die renommierte Expertin unter anderem für Friedensverhandlungen im russischen Angriffskrieg ist und zuvor schon die Forschungsgruppe geleitet hat. Verbunden damit übernimmt Wittke eine Professur für Normativität in der internationalen Politik an der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Regensburg. Im Zuge der Erweiterung erhöhen Bund und Länder ihre Finanzierung des IOS um knapp 900 000 Euro jährlich.

Wittke: „Wir arbeiten am IOS seit Jahren mit internationalen Forschenden aus verschiedenen Disziplinen zusammen, viele davon stammen aus dem östlichen Europa. Unsere Stärke ist es, dass wir die Region in all ihren Facetten sehr gut kennen. Auch in schwierigen Zeiten für die Forschung in und über die Region werden wir mithilfe unserer Netzwerke und durch moderne Forschungsmethoden neues Wissen über das östliche Europa gewinnen. Unser Ziel ist, damit auch zu den allgemeinen Debatten in Politikwissenschaft, Internationalen Beziehungen und angrenzenden Disziplinen beizutragen. Wir wollen uns aber nicht nur darauf beschränken: Gerade der Krieg gegen die Ukraine hat gezeigt, dass die Öffentlichkeit viel über das östliche Europa wissen will. Deshalb werden wir weiter Journalist*innen bei Recherchen unterstützen sowie Politikberatung und andere Formen der Wissensvermittlung anbieten, beispielsweise an Schulen.“

Themenfelder der Forschung im neuen Arbeitsbereich sind unter anderem Friedens- und Konfliktforschung, Internationale Beziehungen mit besonderen Bezügen zum Völkerrecht und vergleichende Politikwissenschaft. Erste Projekte befassen sich mit den Politiken des Völkerrechts im östlichen Europa, ungelösten Territorialkonflikten, der Digitalisierungspolitik in autoritären Staaten wie Russland und Belarus oder mit neuen Funktionen und Formen von Abschreckungspolitik.

Der neue Arbeitsbereich soll dazu beitragen, Lücken in der deutschen Forschungslandschaft zu füllen. Wittke: „Nach dem Kalten Krieg wurde die politikwissenschaftliche Forschung zu Ost- und Südosteuropa stark zurückgebaut. Erst nach der Annexion der Krim 2014 hat ein Bewusstseinswandel eingesetzt, der sich nun mehr und mehr in den akademischen Strukturen niederschlägt. Unser Arbeitsbereich wird der erste in Deutschland sein, der neben Osteuropa auch systematisch und langfristig politikwissenschaftlich zu Südosteuropa forscht.“

Regensburg als führender Standort für Area Studies ausgebaut

IOS-Direktor Prof. Dr. Ulf Brunnbauer: „Dass diese Forschung jetzt in Regensburg möglich wird, ist kein Zufall: Hier bildet das IOS zusammen mit der Universität Regensburg einen international führenden Standort für Regionalwissenschaften, die sogenannten Area Studies. Nur in diesem Umfeld konnten wir auch politikwissenschaftliche Spitzenforschung zu Ost- und Südosteuropa etablieren. Die Einrichtung des neuen Arbeitsbereichs Politik ist eine große Auszeichnung für unser Institut und den Wissenschaftsstandort Regensburg. Vor allem aber ist sie Beleg für die herausragende Arbeit von Cindy Wittke und ihrem Team.“

Dekan Prof. Dr. Alexander Graser von der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Regensburg ergänzt: „Die Fakultät für Rechtswissenschaft freut sich auf die Zusammenarbeit mit Cindy Wittke als Kollegin. Ihre theoretisch und empirisch fundierte Forschung an der Schnittstelle von Völkerrecht und internationaler Politik sehen wir als Bereicherung an. Die Denomination ihrer Professur – Normativität in der internationalen Politik – könnte vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen kaum relevanter sein“.

Quelle: idw-Informationsdienst Wissenschaft

Philipp Schwartz-Forum in Berlin: Unterstützung für gefährdete Forschende

Am 3. und 4. April kamen auf Einladung der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) etwa 360 Personen zum Phillipp Schwartz-Forum nach Berlin. Experten und Expertinnen aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik diskutierten über Wissenschaftsfreiheit sowie den Schutz von gefährdeten Forschenden.

Die Humboldt-Stiftung richtete das Vernetzungstreffen aus, um gefährdete Forschende und alle, die sie auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene unterstützen, zusammen zu bringen.

Am ersten Tag des Forums tauschten sich die Wissenschaftlerinnen Nil Mutluer, Philipp Schwartz-Alumna (Universität Leipzig) und Olga Shparaga, Philipp Schwartz-Fellow (Universität Wien/FernUniversität Hagen) über Repressionen der Wissenschaftsfreiheit in der Türkei und Belarus aus feministischer Perspektive aus. Ebenfalls gaben Forschende aus der Türkei, der Ukraine und Venezuela Einblicke in Berufschancen in der Wissenschaft und stellten dabei die Frage: Wie können wissenschaftliche Karrieren in Deutschland fortgeführt werden, nachdem sie ungewollt durch Gewalt und Verfolgung im Heimatland unterbrochen worden sind? Die erzwungene wissenschaftliche Mobilität sei schließlich anders gelagert als die karrierefördernde, geplante Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Ein weiterer Schwerpunkt des Forums lag auf der aktuellen Situation des Wissenschaftssystems in Syrien. Die teilnehmenden syrischen Forschenden unterstrichen das Potenzial des akademischen Systems; es müsse nicht komplett neu aufgebaut werden. Es brauche aber mehr Plattformen – wie das Philipp Schwartz-Forum – um die wichtigsten Themen zu diskutieren und Pläne für die nächsten Jahre zu schmieden. Junge Forschende im Ausland – einige von ihnen seien bereits nach Syrien zurückgekehrt – könnten und wollten dazu beitragen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihren Herkunftsländern erheblicher und anhaltender persönlicher Gefährdung ausgesetzt sind, können ihre Arbeit mit Hilfe eines Stipendiums der Philipp Schwartz-Initiative der Humboldt-Stiftung in Deutschland fortsetzen. Gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine werden mit dem Programm MSCA4Ukraine in Deutschland und anderen europäischen Ländern gefördert.

Quelle: Kooperation International

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